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Biografie

Kurzbiografie

Othmar Schoeck wurde 1886 in Brunnen im Kanton Schwyz geboren und verbrachte sein ganzes Leben in Zürich. Er studierte zunächst am Konservatorium Zürich und besuchte darauf in den Jahren 1907-1908 die Meisterklasse für Komposition bei Max Reger in Leipzig.

Nach seiner Rückkehr aus Leipzig betreute er in Zürich mehrere Chöre und leitete von 1917-1944 die Symphoniekonzerte in St. Gallen. In der Schweiz schuf er sich mit seinen Liedern, Chorwerken und vor allem seinem Violinkonzert rasch einen Namen als Komponist. Seine acht Bühnenwerke sowie seine bedeutenden Liederzyklen haben ihn von den 1920er Jahren an im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus bekannt gemacht.

Während Schoeck mit seinem Einakter Penthesilea (UA 1927 in Dresden) noch in direktem Austausch mit der damaligen Avantgarde stand, ging er in den 1930er Jahren auf Distanz von den zeitgenössischen Strömungen. Auf der Basis einer «gemässigten Moderne» entwickelte er seine eigene Tonsprache, die auch Elemente der neudeutschen Schule oder des Klassizismus enthält. In seinem Spätwerk nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte er zu Verinnerlichung und Verdichtung seiner musikalischen Sprache.

Bis zu seinem Tod 1957 fand Schoecks Werk internationale Beachtung und wurde von namhaften Interpreten (wie Dietrich Fischer-Dieskau) aufgeführt, in den 1960er Jahren verschwand es jedoch als «unzeitgemäss» weitgehend aus den Konzertsälen. Von den späten 1980er Jahren an ist ein neu erwachtes Interesse an Schoecks Kompositionen zu beobachten, das sich in zahlreichen Aufführungen sowie in der wachsenden Zahl von Einspielungen und wissenschaftlichen Publikationen niederschlägt. Die Oper Penthesilea wurde in jüngster Zeit als eines der wichtigen Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt - so in den vielbeachteten Aufführungen in Basel (2007) und Dresden (2008).